Auf dem DWNRW Summit – dem ersten Digital-Gipfel in NRW

Am letzten Freitag im November fand in Essen (Zeche Zollverein) der DWNRW Summit statt. Ich bin schon eine Weile „digital unterwegs“ und habe schon eine Reihe verschiedener Veranstaltungen besucht. Bei dem ersten Digital-Gipfel in NRW habe ich ein anderes Publikum erwartet und mir deshalb einen spannenden Tag versprochen. Meine Erwartungen in dieser Hinsicht wurden nicht enttäuscht.

Ich greife an dieser Stelle der Nachmittagssession zum Thema „Digital Skills“ vor. Dort gab es insgesamt den Wunsch, dass sich mehr junge Menschen, insbesondere Mädchen/junge Frauen, für die Digitalbranche der Zukunft interessieren. Es stellte sich die Frage, wie es zu schaffen sei, dass sich mehr Mädchen für das Programmieren interessieren. Meiner Meinung nach sind positive weibliche Vorbilder, Frauen in den MINT-Berufen, notwendig.

Auf dem Digital-Gipfel gab es eine deutliche Mehrheit an Männern. Da ich Chemie studiert habe, wäre diese Tatsache allein nicht weiter bemerkenswert. Wir waren die „Chemie-Kolleginnen“. Deshalb sind mir vermutlich die beiden folgenden Dinge negativ aufgefallen, das Service- und Cateringpersonal war mehrheitlich weiblich sowie ein Scherz der Moderatorin. Die Moderatorin Annica Hansen begann den Tag locker mit dem Spruch, dass sie für den Spass zuständig sei. Der zweite im Moderatorenteam war der Experte Prof. Thomas Kollmann, Beauftrager für die Digitale Wirtschaft NRW. Selbst ohne „Samthandschuhe“ gibt es für mich einen deutlichen Unterschied zwischen Service- und Unterhaltungspersonal und Kollegin. Zusammen mit den sehr wenigen Fachfrauen in den Vorträgen und Sessions lautet mein Fazit: wer mehr Mädchen/junge Frauen für diesen Bereich interessieren will, sollte gerade bei solchen Veranstaltungen wie dem DWNRW Summit für Frauen in entsprechenden Positionen als positive Beispiele/Vorbilder sorgen.

Das Moderatorenteam des DWNRW Summit, Foto: R. Schügner

Nach diesem Exkurs zu den Vorträgen, die mit deutlicher Verspätung begannen. Der Vortrag von Thomas Görner von HiFi & Foto Koch hat mir am besten gefallen, da begeistert von seinem Geschäft erzählte. Als Vertreter des Mittelstandes hat er von den Herausforderungen der Digitalisierung für sein Geschäft berichtet. Da mittlerweile jedes Smartphone gute Fotos liefert, hat sich der Kamera- und Objektivverkauf in den Hobbybereich verlagert. Um weiterhin erfolgreich zu sein, musste das Geschäftsmodell angepasst werden. Interessant fand ich die Aussage, dass digitale Preisschilder „auch nur Displays“, auf denen alles wiedergegeben werden kann, sind.

Nach einer entspannten Mittagspause mit einigen bekannten Gesichtern und guten Gesprächen, ging es mit dem Kabarettisten Florian Schroeder und einem sehr treffenden Afterlunch Kickoff weiter.

Wie am Anfang erwähnt, hat mich der Blick in die Zukunft, genauer gesagt auf die „Digital Skills – Qualifikationen für den Arbeitsmarkt 2020“, interessiert. Bei der Diskussion fehlte mir leider die Tiefe. Es wurde hauptsächlich zu den üblichen Schlagworten wie Fachkräftemangel, „mehr junge Leute sollen programmieren können“, wie interessieren wir auch Mädchen für Computer und Digitales, diskutiert. Von den „Skills,“ wie auch von Lösungsansätzen, war nur wenig zu hören.

Aus den vorherigen Vorträgen und Gesprächen wurde jedoch deutlich, dass mittels Startups Know How, Kreativität und „Arbeitskräfte außerhalb der Hierachie“ eingekauft werden.

Die Betonung darauf, dass „Arbeitskräfte außerhalb der Hierachie“ eingekauft werden, lässt, unabhängig von „Skills“, ein weiteres Problem für die Arbeitswelt 2020 erahnen. Know How lässt sich in jedem Alter erweitern. Die Prognosen gehen ohnehin in Richtung des lebenslangen Lernens und damit der permanenten Weiterbildung. Kreativität und Ideen gedeihen dort, wo ihnen Raum gegeben wird. Nein, ich meine nicht die schicke Einrichtung und den Kicker, sondern Wertschätzung, dass sich jemand am Fortschritt des Unternehmens beteiligen will.

Aus meiner BWL-Weiterbildung habe ich in Erinnerung, dass in Unternehmen für wichtige Projekte Teams zusammengestellt werden können, die außerhalb der Hierachie stehen.

Mein persönlicher Tipp für die „Digital Skills – Qualifikationen für den Arbeitsmarkt 2020“ sind:

  • eine gute Basis: Ich weiß, wie ich lerne. Ich kann mir Wissen/neue Fähigkeiten aneignen.
  • Flexibilität im Denken
  • Kreativität

Das bietet die Möglichkeit das eigene Personal für den eigenen Bedarf weiterzubilden. Damit wäre das Unternehmen unabhängiger vom „jungen Nachwuchs“, was durch den demografischen Wandel und die längeren Lebensarbeitszeiten wichtiger wird.

Mein Fazit: Ein spannender Tag, aber deutlich anders als erwartet.

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